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Hobby-Louis! Ihr Magazin für Basteln und Freizeitgestaltung

Hinterglasmalerei Geschichte

Die Anfänge der Hinterglasmalerei sind vermutlich im Orient und im alten Ägypten zu suchen, wo auch die ersten versuche der Glasherstellung zu finden sind.

Die Vorläufer der Hinterglasmalerei in Europa finden wir im 3. bis 4. Jahrhundert nach Christus im Römischen Reich. Bei diesen uns bekannten Vorläufern der Hinterglasmalerei wurden Vasen und Trinkgefäße aus Glas mit einer dünnen Goldfolie, ähnlich der Arbeitsweise einer Vergoldung mit Blattgold, beklebt. Anschließend wurden aus den Goldfolien, mit einer spitzen Nadel, Ornamente und Zeichnungen herausgraviert. Um die so entstandenen Goldverzierungen zu schützen, wurden die Gegenstände mit einer zweiten Glasschicht, ähnlich unseren heutigen Überfanggläsern, versehen.

Hinterglasmalerei wurde im Mittelalter vor allem zur Verzierung von sakralen Gegenständen verwendet. Der Benediktinermönch Rogerus von Helmarshausen, ab dem Jahr 1107 im Kloster Helmarshausen als Priester und Goldschmied tätig, berichtet in seinen Handschriften von der Herstellung von Tragaltären die mit Hinterglasbildern ausgestattet waren.

Im 17. Jahrhundert bildeten sich in der Nähe von Glashütten, vor allem im Bayerischen Wald, im Böhmerwald und im Einzugsbereich von Wallfahrtskirchen kleine Familienbetriebe die diese Art der künstlerischen Glasbearbeitung ausübten.

In den Jahren um 1600 erreichte die Hinterglasmalerei einen ersten Höhepunkt. Nicht mehr die Klöster, sondern die Fürsten waren Auftraggeber. Die interessantesten Arbeiten aus dieser Epoche sind prächtige Einzelstücke – Gemälde, Pokale, Schalen und Becher aus den Schatzkammern der Fürsten. Gemalt wurden diese Arbeiten in den städtischen Werkstätten. Sehr bekannt wurden die zunftgebundenen Werkstätten der Augsburger Hinterglasmaler.

Im 19. Jahrhundert erfolgte die Herstellung der Hinterglasbilder vor allem in bäuerlichen Familien als willkommene Winterarbeit. Angefertigt wurden vor allem christliche Motieve und Heiligenbilder, die vor allem in Kapellen und im Hergottswinkel der Häuser aufgestellt wurden.

Große Produktionszahlen wurden in der Nähe von Wallfahrtskirchen hergestellt und verkauft, wo der entsprechende Wallfahrtort und das jeweilige Gnadenbild dargestellt wurde.

Durch die Entwicklung neuer Drucktechniken im 19. Jahrhundert konnten Glasbilder maschinell so günstig hergestellt werden, dass die Kunst der Hinterglasmalerei fast in Vergessenheit geriet. Erst Mitte des 20.Jahrhunderts wurde diese Kunst wieder entdeckt und wird bis Heute, vor allem im Hobbybereich, ausgeübt.

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