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Hobby-Louis! Ihr Magazin für Basteln und Freizeitgestaltung

Pappmache als Modelliermasse

Pappmache wurde in China erfunden und kam im 8.Jahrhundert durch Chinesische Kriegsgefangene nach Persien. Die Kunst der Herstellung von Pappmache verbreitete sich im mittleren und nahem Osten und kam bald drauf nach Marokko. Von da kam Pappmache über Spanien, Frankreich und Italien nach Europa. Zunächst wurde aus dem leichtem aber stabilem Material Engel und Krippenfiguren gefertigt. Später folgten Hexen, Drachen und Masken die nach dem Aberglauben Böses abwehren sollten. Als weitere Anwendungsmöglichkeit wurde der Pappmachemasse Gips oder Ton hinzugefügt. Die als Steinpappe hergestellte Pappe war die härteste Form der Pappmache, mit der sogar Dächer gedeckt wurden.

Spielzeug aus Pappmache

Als die Pappmache für die Spielzeugindustrie entdeckt wurde und aus ihr Puppenköpfe hergestellt wurden, wurde der Masse Leinöl hinzugefügt, um sie geschmeidiger zu machen.

Einen Höhepunkt erfuhr die Pappmache im 18. Jahrhundert als aus ihr Tabakdosen und Schnupftabakdosen hergestellt wurden. Diese Behälter wurden aufwendig mit Lackmalerei bearbeitet und wurden dadurch zu wahren Kunstwerken.

Gießtechnik

Zur Verarbeitung von Pappmache wurde auch die Gießtechnik verwendet, bei der ein zäher Papierbrei in Formen aus Ton gegossen wurde, wobei die Papiermasse sehr fest wurde. Die Figuren wurden immer größer und kamen im Schloss Ludwigslust zur Vollendung, wo Büsten römischer Kaiser in einer Allee der Witterung trotzen. Auch die Inneneinrichtung des Schlosses wurde zum Großteil aus Pappmache hergestellt. In den Räumen befinden sich Möbel, Rosetten, Reliefs, Bilderrahmen, Zierleisten und vieles anderes mehr.

Schichttechnik

Eine weitere Möglichkeit der Herstellung ist die Schichttechnik. Bei dieser Technik werden Modelle schichtweise mit Papierstücken überklebt. Dabei besteht die erste Lage nur aus feuchtem Papier, damit man das Modell später ablösen kann. Danach werden die Papierstücke mit Leim aufgeklebt. Ist die Papierschicht dick genug wird das Objekt abgelöst, so lange geschliffen, poliert, farbig gefasst und lackiert bis es dem Original zum Verwechseln ähnlich sieht. Nach dieser Methode können Marmorbüsten, ein goldenes Relief oder Porzellanvasen hergestellt werden.

Verwendungszweck für Pappmache

Pappmache wird als Modelliermasse in Schulen, Kindergärten, und für künstlerische- und kunsthandwerkliche Arbeiten verwendet. Durch die einfache und preiswerte Herstellungsart dieses Materials ist es bei Eltern, Lehrern und Künstlern sehr beliebt. Pappmache lässt sich leicht Formen, kann man, im trockenen Zustand, wie Holz bearbeiten und bemalenl.

Modellbau

Es gibt unzählige Verwendungsmöglichkeiten für das geschmeidige und nach dem Trocknen, sehr leichte Material. Im Modellbau wird es verwendet zum Herstellen von Geländeteilen, z.B. Ausformen von einem Bachlauf, Aufbau einer Hügellandschaft oder mit einem Drahtgitter verstärkt , für den Unterbau einer Modellbahn Anlage.

Mit Kindern Basteln

Mit Kindern kann man Puppenköpfe für Handpuppen basteln, Faschingsmasken modellieren, Osterhasen und Weihnachtsmänner herstellen oder Figuren für einen Zoo basteln.

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Künstlerische Arbeiten

Mit Pappmache kann man Skulpturen aufbauen, Figuren modellieren oder, mit Gipsformen die man mit Gummilack wasserdicht macht, reproduzierbare Gegenstände herstellen.

Herstellung der Pappmache

Hauptbestandteile sind Papier, fast alle Sorten außer Glanzpapier, Wasser und Tapetenkleister. Zum Anrühren wird noch ein Eimer und ein Rührstab benötigt.

Zuerst wird das Papier in kleine Fetzen zerrissen und im Wasser getränkt bis eine homogene breiartige Masse entsteht. Will man den ganzen Vorgang etwas beschleunigen kann man das Gemisch aus Wasser und Papier aufkochen lassen, das beschleunigt die Faserabscheidung. Jetzt wird Tapetenkleister angerührt, zu der Papiermasse hinzu gegeben und gut durchgerührt. Möchte man Skulpturen oder Modellbahnteile modellieren kann man etwas Gips hinzufügen. Dadurch wird die Masse nach dem Trocknen härter und stabiler.

Feine Modelliermasse

Benötigt man zum Modellieren eine ganz feine und glatte Masse, werden zuerst die Papierfetzen mit Wasser angesetzt und lässt die Masse trocknen. Ist sie richtig trocken wird sie mit einer Holzraspel bis auf Pulvergröße zerkleinert. Diesem Pulver wird der angerührte Kleister zugefügt, dann mischt man so viel Wasser hinzu bis eine feine, glatte Masse erreicht ist. Mit dieser Masse kann man nach belieben Modellieren.

Nachbearbeitung

Pappmache muss, bei Zimmertemperatur, langsam trocknen. Nach dem Trocknen kann das Objekt geschliffen, mit Öl, Firnis oder Lack behandelt werden, oder mit Ölfarbe bemalt werden.

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