Geschichte der Seide
Seide ist ein Naturprodukt und wird aus dem glänzenden Faden des Seidenspinnershergestellt, mir dem die Raupe ihre Kokon zum verspinnen herstellt. Ein Kokon liefert etwa 700-1000 Meter regelmäßigen Seidenfaden der etwa 18-30 Mikrometer Durchmesser hat. Um ein Kilogramm Naturseide Herzustellen werden 7-9 kg. getrocknete Kokons benötigt.
In China kennt man die Herstellung von Seide etwa seit dem 3.Jahrtausend v. Chr. Eine Kaiserin hat in ihrem Garten Seidenkokons entdeckt, herausgefunden wie man Seidenraupen züchtet und aus ihren Kokons Fäden spinnt. Die Kaiserin lehrte ihrer Bevölkerung wie man Seide gewinnt und verarbeitet.
Als eine Prinzessin den Prinzen des Königreichs Kothan heiratete, gab es in diesem Königreich weder Maulbeerbäume noch Seidenraupen. Um jedoch weiter Ihre geliebten Seidengewänder tragen zu können, schmuggelte sie die Samen des Maulbeerbaums und die Eier der Seidenraupen, versteckt unter ihrer hohen Frisur, über die Grenze. Danach verbreitete sich die Kunst der Seidenherstellung von China aus über Korea nach Japan, Indien, Persien und Zentralasien.
Der Handel mit der Chinesischen Seide florierte und sie wurde mit Karawanen und Schiffen bis in die Hauptstadt des Römischen Reiches transportiert. Einer der bekanntesten Transportwege ist die berühmte Seidenstraße. Chinesische Seide war zu dieser Zeit einer der Kostbarsten Rohstoffe und machte die Chinesische Bevölkerung und die Zwischenhändler, die die Seide nach Europa brachten, reich. Im Europäischen Handel wurde 1 Kg. Seide mit 1 Kg. Gold aufgewogen. Zu dieser Zeit war es unter Todesstrafe verboten Seidenraupen aus China heraus zu schmuggeln. Das änderte sich erst als zwei Mönche der Apostolischen Kirche sich in Kothan aufhielten und die Herstellung von Seide kennenlernten. Als sie das Königreich verließen schmuggelten sie die Eier der Seidenraupe und die Samen des Maulbeerbaums ins Oströmische Reich, wodurch sich die Seidenproduktion und die Seidenmalerei schnell bei den Griechen und Arabern verbreitete. Von den Arabern kam die Seidenproduktion nach Spanien, wo sie im achten Jahrhundert die ersten Werkstätten zur Produktion von Seidenstoffen gründeten.
Um 905 nach Christus kam die Kunst der Seidenproduktion nach Italien, wo in Palermo die ersten Seidenstoffe und Gewänder hergestellt wurden. Das Geschäft mit der Seide blühte und die Italiener entwarfen die schönsten und aufwändigsten Muster für die Seidengewänder, die bis nach Frankreich exportiert wurden. Am Anfang importierte Frankreich die Italienische Seide. Da die Nachfrage immer größer wurde baute man in Frankreich im Jahre 1470 eine eigene Seidenproduktion auf. Die Rohseide wurde importiert und durch italienische Weber, die nach Frankreich gelockt wurden, verarbeitet. Durch die Verwendung verbesserter Webstühle erlebte die Französische Seidenproduktion einen riesigen Aufschwung.