Siebdruck-Trockenvorrichtung
Da beim Siebdruck mit einem sehr dicken Farbauftrag gearbeitet wird, der eine schnelle Trocknung verhindert, ist eine Trockenvorrichtung für die noch feuchten Drucke erforderlich.
Für den maschinellen Siebdruck sind unterschiedliche Trockenanlagen auf dem Markt, die durch Anblasen mit Warmluft oder mit Infrarotbestrahlung die Drucke in kurzer Zeit trocknen. Da für den Heimgebrauch solche Trockenvorrichtungen nicht in Frage kommen, ist das Trocknen auf Tischen oder Regalen eine Möglichkeit. Es ist jedoch sehr platzraubend und zeitaufwendig und nur bei kleine Auflagen und großen Raumverhältnissen möglich.
Eine Trockenleine ist eine platzsparende und billige Lösung. Dazu werden Holzwäscheklammern am Griff angebohrt und auf eine Leine aufgezogen. Als Distanzhalter dienen kurze Plastikschlauchstücke die zwischen die Wäscheklammern eingefügt werden.
Eine weitere Trockenvorrichtung ist eine Aufhängeleiste. Dabei wird der Druck durch eine eingelassene Stahlrolle gehalten, die den Druck durch sein Eigengewicht festhält.
Fahrbare Trockengestelle sind optimale Ablageflächen und bestehen aus aufklappbaren Rosten die durch Zugfedern gehalten werden. Ein großer Öffnungswinkel erleichtert das Ablegen und Herausnehmen der Drucke. Die Trockengestelle gibt es in unterschiedlichen Größen, die auch große Formate aufnehmen können.
Ein Nachteil ist der geringe Abstand zwischen den Rosten. Dadurch füllt sich der enge Raum zwischen den Drucken sehr schnell mit Lösungsmitteldämpfen was die Trocknung verzögert. Der ständige Abtransport der Lösemitteldämpfe durch eine gute Lüftungsanlage ist deshalb zwingend notwendig.
Trocknungsarten
Durch die bei der Farbherstellung verwendeten Binde- und Lösungsmittel ist die Trocknungsart vorgegeben.
Bei physikalisch trocknenden Farben ist die Trockenzeit erheblich kürzer als bei oxydativ trocknenden Farben. Die in der Farbe enthaltenen Lösemittel verdunsten bei normaler Raumtemperatur. Luftbewegung und Wärme beschleunigen die Trocknungszeit. In Trockenmaschinen kann die Trocknungszeit bis auf wenige Sekunden gesenkt werden.
Oxydativ trocknende Farben trocknen durch eine chemische Veränderung der Struktur der Farben. Die Trocknungszeit kann bei Lufttrocknung bis zu mehrere Stunden dauern. Die vollständig durchgehärtete Farbschicht ist dann weitestgehend lösemittelfest.
Chemisch trocknende Farben härten bei Luft- oder Wärmetrocknung durch chemische Reaktion von Farbe und Härter und ist sehr widerstandsfähig und witterungsbeständig.